Soest, 15. Mai 2018 Auf Einladung des Vorstandes besuchten die Mitglieder des St. Patrokli DomBauVereins die Ausstellung "Klang der Frömmigkeit - Luthers musikalische Erben in Westfalen"im Museum Wilhelm Morgner.

Unter fachkundiger Führung von Dr. Bärbel Cöppicus-Wex erlebten wir anhand von Urkunden, Gesangbüchern und Klangbeispielen die Entwicklung der Kirchenmusik beider Konfessionen:

Seit dem Mittelalter bestand der musikalische Rahmen der Liturgie aus lateinischen gregorianischen Gesängen, die fast ausschließlich von Klerikern gesungen wurde. Erst mit der Reformation Martin Luthers gelangten deutsche Texte, zunächst mit volkstümlichen Melodien, in die Kirchen.

Erst 20 Jahre nach dem Westfälischen Frieden 1648 wurden Kirchenlieder in die Feier der katholischen Messen aufgenommen. In der Barockzeit gedieh die - auch gesungene - Kirchenmusik zu einer Hochblüte, die sich weiter fortstetzte.

Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts geriet die Kirchenmusik in den Einfluss nationalistischer Strömungen, bis sie im Deutschland der Nachkriegszeit mit Einflüssen aus der Soul-, Jazz und Pop-Musik angereichert wurde. Die meditative Musik, ausgehend von Taizé, fand in beiden Konfessionen ihre Verbreitung.

Heute zeichnet sich die Kirchenmusik durch eine große Vielfalt aus, die Bestandteil der Liturgie beider Konfessionen ist. Das neue Gotteslob ist ein Beispiel dafür, dass viele Lieder aus der evangelischen Kirche auch in die katholische Kirche übernommen wurden.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trug die Ausstellung und Führung zu einem erweiterten Verständnis der musikalischen Komponente der Glaubensäußerung bei.